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Angebot

Sexualberatung mit Einzelnen und Paaren - Grundkurs

 

Was ist Sexualität alles und wie sprechen wir darüber?

„Sexualität ist, was wir daraus machen. Eine teure oder billige Ware, Mittel zur Fortpflanzung, Abwehr gegen Einsamkeit, eine Form der Kommunikation, [...], Liebe, Luxus, [...], eine Form, Neugier und Forschungsdrang zu befriedigen, [...], Ausdruck psychischer Gesundheit oder Krankheit oder einfach nur eine sinnliche Erfahrung.“ (Offit 1979: 16, zit. nach Sielert 2015: 36)

 

Sowohl für Einzelne wie auch für Paare kann Sexualität oder ihr Fehlen zu einem lebenseinschränkenden Problemthema werden. Wünsche nach Lust, Nähe, Kontakt, aber auch Abgrenzung und Selbstbestimmung können nicht geäußert oder gelebt werden, was Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden und Beziehung(en) hat. Obwohl Sexualität uns in Medien und Alltag überall begegnet, ist das Sprechen über die eigene Sexualität noch immer für viele eine große Herausforderung. In Beratungen, bei Arztbesuchen und in Therapien treten Hemmungen und Unsicherheiten auf – auch auf Seiten der Professionellen.

Konzept

Der Grundkurs Sexualberatung vermittelt Basiswissen und Basiskompetenzen, um mit sexuellen Themen und Problemen im Beratungskontext (mit Einzelnen und Paaren) umgehen zu können.

 

Der Grundkurs Sexualberatung soll befähigen

  • sexuelle Themen zu explorieren: Wie kann respektvoll und konkret über Sexualität gesprochen werden? Wie spreche ich etwas an, wenn Klient:innen gehemmt scheinen? Wie gehe ich mit eigenen Hemmungen um?

  • sexuelle Probleme und Symptome einzuordnen: Inwieweit steht das sexuelle Problem in Zusammenhang mit der Paardynamik? Welchen Einfluss haben früherer Erfahrungen (auch aus der Kindheit), wie Sexualität gelernt und erlebt wird? Welche Funktion nimmt die (nicht gelebte) Sexualität ein?

  • entsprechend des beruflichen Hintergrundes Interventionen zu erarbeiten: Welche Hilfestellungen sind möglich (z.B. Wissensvermittlung, Entlastung, Klärung, …)? Welche Grenzen hat Beratung, wann und wohin kann vermittelt werden (z.B. zur Sexualtherapie)?

 

Dabei soll neben den praktischen Kompetenzen (v.a. Exploration und Wissensvermittlung) ein Schwerpunkt auch die Selbsterfahrung im Umgang mit sexuellen Themen und dem Sprechen darüber sein.


Überblick Grundkurs Sexualberatung:

 

Der Kurs ist praxisorientiert aufgebaut. Neben der Vermittlung theoretischer Inhalte durch Vorträge werden praktische Kompetenzen durch Rollenspiele, Demonstrationen und Übungen erarbeitet. Wichtiger Bestandteil der praktischen Arbeit des Kurses sind die Fallbesprechungen aus dem Arbeitsumfeld der Teilnehmenden.

 

Theoretische Inhalte

  • Anatomische und physiologische Grundlagen der Sexualität

  • Sexuelle Störungen: Symptomatologie, Ätiologie (Ursachen), Dynamik, Klassifikation von sexuellen Störungen (insbesondere: Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Vaginismus, Erektionsstörungen, vorzeitiger Samenerguss, sexuelle Lustlosigkeit)

  • Gesellschaftliche und kulturelle Grundlagen der Sexualität

 

Praktische Kompetenzen

  • Gesprächsführung im Einzel- und Paarberatungssetting, Exploration sexuellen Verhaltens und der sexuellen Biografie (Sexualanamnese)

  • Erstgespräche, Interventionen und Beratungen mit Anleitung und unter Supervision

 

Themenspezifische Selbsterfahrung

  • Sexualität und Sprache

  • Auseinandersetzung mit eigenen Einstellungen, Normen und Bildern im Zusammenhang mit Sexualität

 

Empfohlene Literatur:

Büttner, Schadwinkel, Stockrahm: „Ist das normal? – Sprechen wir über Sex wie du ihn willst“, Beltz Verlag, 2020

Buddeberg, C.: „Sexualberatung. 4. Aufl.“ Thieme, 2005

Silja Matthiesen, „Wandel von Liebesbeziehungen und Sexualität – Empirische und theoretische Analysen“ Psychosozial Verlag, 2007


Zertifikat:

Durch den Besuch von Grund- und Vertiefungskurs kann das Zertifikat Sexualberatung der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS) erworben werden. Der Kurs ist dafür von der DGfS akkreditiert worden. Für das Zertifikat „Sexualberatung nach den Kriterien der DGfS“ sind Voraussetzungen: Seminarteilnahme Grundkurs und Vertiefungskurs, 3 supervidierte Falldokumentationen nach Erstgespräch und 2-3 Folgeterminen. Für die Zertifizierung sind eine zusätzliche Akkreditierungsgebühr von 20 Euro an das EZI zu zahlen.


Die Teilnahme an der Fortbildung setzt folgendes voraus:

  • abgeschlossene Ausbildung in einem Grundberuf (Diplom-Sozialpädagog:in, Diplom-Sozialarbeiter:in, Diplom-Pädagog:in, Diplom-Psycholog:in, Ärzt:in und Angehörige anderer Berufsgruppen, die in ihrem Arbeitsfeld mit sexuellen Themen konfrontiert sind)

  • regelmäßige beraterische Arbeit

  • Bereitschaft zur Selbstreflexion

 

Grund- und Vertiefungskurs orientieren sich formal und inhaltlich am Curriculum 1 "Sexuologische Basiskompetenzen" der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS), siehe auch www.dgfs.info.

 

Wichtiger Hinweis: Der Grundkurs kann auch ohne den Vertiefungskurs besucht werden.

Zielgruppe

Vorraussetzungen für die Teilnahme:

regelmäßige beraterische Arbeit (Einzel-, Paar-, Erziehungsberatung)

Abgeschlossene Ausbildung in einem Grundberuf (Diplom-Sozialpädagog:in, Diplom-Sozialarbeiter:in, Diplom-Pädagog:in, Diplom-Psycholog:in, Ärzt:in und Angehörige anderer Berufsgruppen, die in ihrem Arbeitsfeld mit sexuellen Themen konfrontiert sind)
22.05.2023 - 26.05.2023
max. 18 Teilnehmende
695 Euro

Dozent:in(nen)

  • Dr. med. Annette Schwarte
Inhaltliche Fragen
Rebekka Haug030-28395-278haug@ezi-berlin.de
Organisatorische Fragen
Michaela Bärthel030/28 395-270Baerthel@ezi-berlin.de